Herzlich Willkommen in der Margarete Jahny und Erich Müller – Ausstellung.

Erleben Sie Ost-Design in zeitloser Schönheit.

Ihre berühmteste Schöpfung, das Kaffeegeschirr „Rationell“, das Margarete Jahny  zusammen mit Erich Müller entwarf, kannte in der DDR fast jeder, ihren Namen eher nicht. Dabei gelten die beiden als bedeutende Gestalter der DDR.

Wir sagen DANKE für diese DDR-Tischkultur.

Besonderen Dank gilt Familie Seidel und Frau Hille / Herr Krüger für die Unterstützung!

 

Margarete Jahny * 25. Mai 1923 – † 31. Juli 2016

1923 in Mittenwald in Niederschlesien geboren absolvierte sie Ihr Studium von 1948 bis 1953 an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Dresden bei Josef Hegenbarth Marianne Brandt und Rudolf Kaiser mit dem Abschluss als Diplom-Keramikerin.

Danach lernte sie 1954 Gestaltungspraxis in der Porzellan-Industrie Weißwasser und war von 1955 bis 1963 Künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für angewandte Kunst in Berlin

1959 erfolgte die Entwicklung des Topfsortiments „Vom Herd zum Tisch“, von 1959 bis 1961 die Entwicklung verschiedener Isolierkannen, darunter das Modell 750 sowie Glieder- und Kragenvasenserien.

1962 entwickelte Sie das Preßglassortiment LUZERN.

Von 1963 bis 1972 war Margarete Jahny Mitarbeiterin im Zentralinstitut für Gestaltung in Berlin, wo unter anderem die Gestaltung des Preßglassortiments EUROPA, des Hotelgeschirrs RATIONELL sowie  der Wirtegläser in Zusammenarbeit mit Erich Müller erfolgte.

1972 bis 1979 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Amt für industrielle Formgestaltung in  Berlin.

Von 1979 bis 1990 übte Margarete eine Lehrtätigkeit an der Kunsthochschule Berlin, Fachbereich Keramik/Baukeramik aus.

Sie bekam 1983 den Designpreis der DDR.

Margarete Jahny lebte in Berlin und Schmerlitz bei Kamenz in der Lausitz und verstarb 2016 in Ralbitz.

 

Erich Müller * 07. Mai 1907 – † 20. Januar 1992

1921 bis 1924 absolvierte er eine Ausbildung zum Glasmaler in einer Fürstenberger Glashütte.

Nach einem Umzug nach Penzig arbeitete Müller als Flachglasmaler für den Glaskünstler Richard Süßmuth

Ab 1942 nahm er als Soldat der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil. 

Von 1946 bis 1952 arbeitete er als Zeichner in der Fürstenberger Glasfabrik. Dabei entwarf er das sogenannte Siedlergeschirr, das zu seinem ersten bekannten Produkt wurde.

Von 1952 bis 1957 war Müller Technischer Zeichner und Teilkonstrukteur im VEB Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) in Eisenhüttenstadt.

Von 1957 bis 1960 war er künstlerischer Mitarbeiter, dann bis 1963 Leiter der Arbeitsgruppe Gefäße, verantwortlich für Glas und Keramik, im Berliner Institut für angewandte Kunst, wo er u. a. mit Margarete Jahny zusammenarbeitete.

1964 entwarfen beide die Pressglasserie „Europa“, eine stapelbare Geschirrserie, die im VEB Glaswerk Schwepnitz hergestellt wurde.

Im Jahr 1969 erschien die Geschirrserie „Rationell“, die unter der Bezeichnung Mitropa-Geschirr in der gesamten DDR verbreitet wurde.

Anfang der 1970er Jahre entwickelte Müller die Wirte-Gläser, die sich in der Gastronomie  durchsetzen konnten.

Von 1966 bis 1975 hatte Müller zudem einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule Halle im Bereich Glasgestaltung inne.
1983: Designpreis der Deutschen Demokratischen Republik.

Erich Müller lebte in Neuzelle.

Wirtegläser – später „Superfest“

Der Ursprungsentwurf stammte von Margarete Jahny und Erich Müller, ihr letztes gemeinsames Projekt. Sie entwickelten stapelbare Gläser für die Gastronomie, das Wirteglas.

Ab 1980 wurde der Ursprungsentwurf einer Überarbeitung unterzogen, wobei die sehr gute Stapelbarkeit zugunsten einer strapazierfähigeren Glasqualität weichen mußte.

An der Oberfläche der Gläser wurden kleinere Natriumionen durch größere Kaliumionen ersetzt. Somit wurde die Spannung in der Glasoberfläche erhöht, das Glas wurde dadurch fester.

Isolierkanne Typ 750  –  produziert im VEB AWF Fischbach

Farbenvielfalt der Isolierkanne Typ 750

Topfset „Vom Herd zum Tisch“ –  produziert im VEB AWF Fischbach

Glasserie „EUROPA“  –  produziert im VEB Glaswerk Schwebnitz

Geschirrserie „RATIONELL“

produziert u.a. in Porzellanwerk Stadtlengsfeld